{"id":5382,"date":"2025-10-27T12:59:16","date_gmt":"2025-10-27T12:59:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gume.de\/?p=5382"},"modified":"2026-02-13T14:48:32","modified_gmt":"2026-02-13T14:48:32","slug":"compression-presses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/kompressionspressen\/","title":{"rendered":"Compression moulding of moulded rubber parts"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kompressionsformpressen in der Elastomerverarbeitung \u2013 Wirtschaftliche Serienfertigung<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Was ist Kompressions-Formpressen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Kompressionsformpressen (englisch: Compression Molding)<\/strong> ist ein Pressverfahren zur Herstellung von Elastomer-Formteilen, bei dem ein unvernetzter Kautschukrohling in ein beheiztes, offenes Werkzeug eingelegt, durch Schlie\u00dfen des Werkzeugs unter Druck in die Kavit\u00e4t geformt und anschlie\u00dfend unter Temperatureinwirkung vulkanisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bauteilgeometrie wird vollst\u00e4ndig durch das Werkzeug definiert, w\u00e4hrend Pressdruck, Werkzeugtemperatur und Zykluszeit den Vernetzungsgrad und die Bauteileigenschaften bestimmen. Das Verfahren geh\u00f6rt zu den diskontinuierlichen Formgebungsverfahren mit vergleichsweise einfacher Werkzeugtechnik.<\/p>\n\n\n\n<p>Kompressionsformpressen wird bevorzugt f\u00fcr kleine bis mittlere St\u00fcckzahlen, gro\u00dfvolumige Bauteile, Gummi-Metall-Verbundteile sowie hochviskose oder stark gef\u00fcllte Elastomermischungen eingesetzt, die im Spritzgie\u00dfprozess nur eingeschr\u00e4nkt verarbeitbar sind. Im Vergleich zum Transferformpressen ist der Materialfluss weniger kontrolliert, w\u00e4hrend gegen\u00fcber dem Spritzgie\u00dfen geringere Investitionskosten, jedoch l\u00e4ngere Zykluszeiten typisch sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufbau und Funktion von Kompressions-Formwerkzeugen<\/h3>\n\n\n\n<p>Als Formgeber und Reaktionsraum f\u00fcr die Vulkanisation \u00fcbernimmt das Werkzeug mehrere kritische Funktionen: Es formt, f\u00fchrt, \u00fcbertr\u00e4gt Druck und Temperatur \u2013 und gew\u00e4hrleistet dabei die prozesssichere Herstellung auch komplexer Gummiteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Kompressionswerkzeuge werden in der Regel aus hochfestem, temperatur- und druckbest\u00e4ndigem Werkzeugstahl gefertigt. H\u00e4ufig kommen warmfeste, geh\u00e4rtete oder ungeh\u00e4rtete St\u00e4hle mit guter W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit zum Einsatz. Die thermische Leitf\u00e4higkeit des Werkstoffs ist dabei ebenso entscheidend wie seine H\u00e4rte, denn nur so lassen sich gleichm\u00e4\u00dfige Temperaturprofile und replizierbare Prozesse realisieren. Auch Aluminiumwerkzeuge kommen zum Einsatz. Diese eignen sich f\u00fcr geringe St\u00fcckzahlen, komplexe Geometrien sowie Materialien mit guter Flie\u00dff\u00e4higkeit. F\u00fcr die Heiz- und K\u00fchlplatten werden h\u00e4ufig Aluminium- oder Kupferlegierungen als W\u00e4rmetr\u00e4ger und -leiter verwendet, erg\u00e4nzt durch elektrische oder dampfbeheizte Systeme.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Gummiformteile Hersteller mit eigenem Werkzeugbau wissen wir, dass ein Werkzeug beim Kompressionsformpressen folgenderma\u00dfen aussehen muss:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ober- und Unterform (Werkzeugh\u00e4lften): Enthalten die Negative des Formteils.<\/li>\n\n\n\n<li>Heiz- und K\u00fchlplatten: Erw\u00e4rmen die Werkzeugh\u00e4lften auf die gew\u00fcnschte Vulkanisationstemperatur (meist 160\u2013200\u202f\u00b0C) und sind gegen\u00fcber den Druckplatten thermisch isoliert. Oft werden anstelle von separaten Platten auch K\u00fchlkan\u00e4le direkt in die Werkzeugh\u00e4lften integriert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"735\" height=\"326\" src=\"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/wp-content\/uploads\/image-3.png\" alt=\"Schematische Darstellung des Kompressionspressens mit ge\u00f6ffnetem Werkzeug (links) und w\u00e4hrend des Pressens (rechts).\" class=\"wp-image-5383\" srcset=\"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/wp-content\/uploads\/image-3.png 735w, https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/wp-content\/uploads\/image-3-300x133.png 300w, https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/wp-content\/uploads\/image-3-18x8.png 18w\" sizes=\"(max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>Abbildung 1: Schematische Darstellung des Kompressionspressens mit ge\u00f6ffnetem Werkzeug (links) und w\u00e4hrend des Pressens (rechts).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei haben die Werkzeuge selbst in der Regel folgende Elemente:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kavit\u00e4ten (auch Formnester): Definieren als Negativform des zu fertigenden Teils dessen Geometrie und Oberfl\u00e4che.<\/li>\n\n\n\n<li>Entl\u00fcftungskan\u00e4le: Leiten eingeschlossene Luft und entstehende Gase aus der Form.<\/li>\n\n\n\n<li>Zentrier- und F\u00fchrungsbuchsen: Stellen die pr\u00e4zise Schlie\u00dfposition und Wiederholgenauigkeit sicher.<\/li>\n\n\n\n<li>Auswerfer: Erleichtern die Entnahme der Bauteile nach \u00d6ffnen des Werkzeugs.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberlaufkan\u00e4le bzw. definierte Abrei\u00dfr\u00e4nder<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Auch bei vorgegebener Bauteilgeometrie ist die Werkzeugkonstruktion und -fertigung nicht nur ein Kostenfaktor, sondern vor allem ein qualit\u00e4tsbestimmendes Element des Gesamtprozesses, unter anderem durch:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Formteilung: Die Wahl der Trennebene hat nicht nur einen Einfluss auf den Fertigungsprozess, bspw. die Entnehmbarkeit der Bauteile oder Aufwand f\u00fcr Entgratung, sondern auch auf die Qualit\u00e4t der Bauteile, bspw. durch ver\u00e4nderte Flie\u00dfwege.<\/li>\n\n\n\n<li>Geometrie der Kavit\u00e4ten: Diese muss exakt gew\u00e4hlt und gefertigt werden, entspricht dabei aber nicht notwendigerweise genau dem Bauteilnegativ, wenn bspw. Schrumpfung ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/li>\n\n\n\n<li>Oberfl\u00e4cheng\u00fcte der Kavit\u00e4ten: Die Oberfl\u00e4cheng\u00fcte der Kavit\u00e4ten ist der zentrale Einflussfaktor auf die Oberfl\u00e4cheng\u00fcte des fertigen Bauteils. W\u00e4hrend bei einfachen Bauteilen gefr\u00e4ste Werkzeugoberfl\u00e4chen oft ausreichen, kommt insbesondere bei Sichtteilen \u00fcberwiegend das Erodieren als Fertigungsverfahren zum Einsatz.<\/li>\n\n\n\n<li>Positionierung von Einlegeteilen: Bei Verbundteilen m\u00fcssen die Einlegeteile, also die Nicht-Gummikomponenten, pr\u00e4zise fixiert, aber auch einfach einzulegen sein. Die Art der Positionierung hat entsprechend gro\u00dfen Einfluss auf Prozesssicherheit und Kosten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Insbesondere bei komplizierten Geometrien oder hohen St\u00fcckzahlen kann eine Anpassung des Bauteildesigns f\u00fcr den Fertigungsprozess sinnvoll sein, um bspw. Hinterschneidungen zu vermeiden oder die Entformbarkeit durch Entformschr\u00e4gen zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schritt-f\u00fcr-Schritt-Ablauf des Kompressions-Formpressens<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>a) Einlegen des Kautschuk-Rohlings<\/strong><br>Der Prozess beginnt mit dem Einlegen des vorbereiteten Kautschuks in das ge\u00f6ffnete Werkzeug. Dieser sogenannte Rohling liegt \u00fcblicherweise vor als:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zuschnitte<\/strong>: Auf die richtige Menge vorgeschnittenes Band- oder Plattenmaterial<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vorformlinge<\/strong>: &nbsp;F\u00fcr die optimale F\u00fcllung bereits geometrisch vorangepasstes Material<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ziel ist eine m\u00f6glichst spannungsfreie, symmetrische Einlage zur gleichm\u00e4\u00dfigen Materialverteilung. Bei Gummiverbundteilen wird in diesem Schritt auch das zumeist mit Primer vorbehandelte Einlegeteil aus Metall, Kunststoff oder Gewebe eingelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>b) Schlie\u00dfen des Werkzeugs und Einleitung der Pressphase<\/strong><br>Nach dem Einlegen erfolgt das Schlie\u00dfen der Presse mit definierter Schlie\u00dfkraft. <span style=\"box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px;\">Diese liegt \u2013 je nach Bauteilgr\u00f6\u00dfe und Material \u2013 typischerweise zwischen\u00a020 und 200 Tonnen.<\/span> Der Anpressdruck sorgt daf\u00fcr, dass der Kautschuk in die Kavit\u00e4ten gedr\u00fcckt wird. Dabei ist auf eine gleichm\u00e4\u00dfige Druckverteilung zu achten, um Materialanh\u00e4ufungen und Lufteinschl\u00fcsse zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>c) Temperaturf\u00fchrung und Vulkanisieren<\/strong><br>Die Werkzeugh\u00e4lften sind \u00fcber separate Heizplatten oder integrierte Heizpatronen, Dampf oder \u00d6l je nach Werkstoff und Vernetzungssystem auf 120\u2013220\u202f\u00b0C aufgeheizt \u2013 abh\u00e4ngig vom Werkstoff. Die Verweilzeit in der Form, also die Vulkanisationszeit, richtet sich nach:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Werkstoff und Vernetzungssystem (Peroxid, Schwefel etc.)<\/li>\n\n\n\n<li>Wandst\u00e4rke des Bauteils<\/li>\n\n\n\n<li>Werkzeugauslegung (Massenverh\u00e4ltnisse, W\u00e4rmetr\u00e4gheit)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Typische Zykluszeiten liegen zwischen 2 und 15 Minuten, k\u00f6nnen bei dickwandigen oder mehrlagigen Teilen jedoch deutlich h\u00f6her ausfallen. Durch die Vernetzung wird der Kautschuk zum Gummi \/ Elastomer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>d) \u00d6ffnen, Entformen und Nachbearbeiten<\/strong><br>Nach erfolgter Vulkanisation wird das Werkzeug ge\u00f6ffnet. Die Entformung erfolgt manuell, mechanisch \u00fcber Auswerfer oder durch Druckluft. In der Regel folgt eine Nachbearbeitung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Entfernen von Graten\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Thermisch z.B. Gefrierentgraten<\/li>\n\n\n\n<li>Manuell, z.B. per Schere\/Skalpell\/etc.<\/li>\n\n\n\n<li>Mechanisch, z.B. Trowalisieren<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li>Beschichten, z.B. Talkumierung<\/li>\n\n\n\n<li>Optische Pr\u00fcfung und ggf. Ma\u00dfkontrolle und H\u00e4rtepr\u00fcfung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kritische Prozessparameter \u2013 Steuerung der Bauteilqualit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Drei zentrale physikalische Prozessparameter beeinflussen unmittelbar das Ergebnis:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Temperatur<\/strong>: Zu geringe Temperaturen f\u00fchren zu Untervulkanisation (klebrige Oberfl\u00e4chen, reduzierte Festigkeit), zu hohe Temperaturen zu \u00dcbervulkanisation (Verspr\u00f6dung, Ma\u00dfverzug).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Druck und Material<\/strong>: Zu niedriger Druck\/zu wenig Material verursacht Lufteinschl\u00fcsse oder F\u00fcllfehler, zu hoher Druck\/zu viel Material kann das Werkzeug sch\u00e4digen oder zu erh\u00f6hter Gratbildung f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zeit<\/strong>: Die Haltezeit muss ausreichend f\u00fcr vollst\u00e4ndige Vernetzung sein, ohne die Zykluszeit unn\u00f6tig zu verl\u00e4ngern. Untervernetzte Teile sind mechanisch instabil und nicht einsatzf\u00e4hig.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Parameter wirken interdependent: Eine Temperaturerh\u00f6hung kann beispielsweise eine k\u00fcrzere Zeit kompensieren, allerdings nur im materialspezifisch zul\u00e4ssigen Bereich. Entsprechend ist eine exakte Prozessf\u00fchrung mit validierten Rezepturen und hinterlegten Presszyklen essenziell, insbesondere bei qualit\u00e4tskritischen Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Wirtschaftliche Kennzahlen im Formpressprozess<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Neben der Bauteilqualit\u00e4t sind auch wirtschaftliche Aspekte entscheidend f\u00fcr die Bewertung eines Formpressprozesses. Typische Kennzahlen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zykluszeit [s oder min]<\/strong>: direkt abh\u00e4ngig von Heizphase, Vulkanisationszeit und Entformung<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Formnutzungsgrad [%]<\/strong>: Verh\u00e4ltnis von Kavit\u00e4ten zur Werkzeuggesamtfl\u00e4che<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ausschussquote [%]<\/strong>: Fehlerhafte Teile pro Charge<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Materialausbeute [%]<\/strong>: Anteil des Rohmaterials, der im Gutteil verbleibt<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gratanteil [g\/Teil]<\/strong>: Indikator f\u00fcr Materialverlust und Nachbearbeitungsaufwand<\/li>\n\n\n\n<li><strong>R\u00fcstzeit [min\/Los]<\/strong>: Aufwand f\u00fcr den Werkzeugwechsel und Anlauf<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ziel ist es, \u00fcber prozessstabile Parametersteuerung und pr\u00e4zise Werkzeugtechnik hohe Wiederholgenauigkeit bei minimalem Ausschuss zu realisieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Materialien f\u00fcr das Kompressions-Formpressen: Welche Elastomere eignen sich und warum?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kompressions-Formpressen ist zur Verarbeitung nahezu aller Elastomere geeignet. Ausnahmen bilden lediglich thermoplastische Elastomere (TPE), besonders niedrigviskose Elastomere wie Fl\u00fcssigsilikon (LSR) oder Elastomere mit besonders kurzen Topfzeiten. Diese werden meist im Spritzgussprozess verarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Compression Molding eignet sich insbesondere f\u00fcr Werkstoffe mit hoher Viskosit\u00e4t, langen Vulkanisationszeiten oder f\u00fcr Mischungen, die beim Spritzgie\u00dfen nicht verarbeitbar sind. G\u00e4ngige Elastomere zum Formpressen sind:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">G\u00e4ngige Elastomere f\u00fcr das Kompressions-Formpressen<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>NR (Naturkautschuk)<\/strong><br>Gute mechanische Eigenschaften, hohe R\u00fcckprallelastizit\u00e4t und Abriebfestigkeit. Eingesetzt in dynamischen Anwendungen, etwa bei Schwingungselementen oder D\u00e4mpfern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk)<\/strong><br>\u00d6l-, Fett- und Kraftstoffbest\u00e4ndig. Universell einsetzbar in Dichtungen, Membranen und Schl\u00e4uchen in hydraulischen Systemen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>HNBR (Hydrierter NBR)<\/strong><br>Kombination aus chemischer Best\u00e4ndigkeit und hoher mechanischer Festigkeit. Eingesetzt in anspruchsvollen Dichtungs- und Lageranwendungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)<\/strong><br>Exzellente Witterungs-, Ozon- und Alterungsbest\u00e4ndigkeit. Besonders geeignet f\u00fcr Anwendungen im Au\u00dfenbereich, in der Bau- und Fahrzeugtechnik.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>VMQ \/ FVMQ (Silikon \/ Fluorsilikon)<\/strong><br>Hohe thermische Stabilit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t bei tiefen Temperaturen, hervorragende Isoliereigenschaften. Optimal f\u00fcr Medizin- und Lebensmitteltechnik sowie Anwendungen mit extremem Temperaturgradienten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>CR (Chloropren-Kautschuk, z.\u202fB. Neopren)<\/strong><br>Flammhemmend, alterungsbest\u00e4ndig, gut haftend auf Metallen \u2013 h\u00e4ufig in Gummi-Metall-Verbindungen eingesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einfluss der Materialeigenschaften auf den Formprozess<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Wahl des Werkstoffs bestimmt nicht nur die Eigenschaften des Endprodukts, sondern hat auch wesentlichen Einfluss auf den Formgebungsprozess:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Viskosit\u00e4t der Mischung<\/strong> beeinflusst das Flie\u00dfverhalten \u2013 hochviskose Materialien ben\u00f6tigen h\u00f6here Schlie\u00dfkr\u00e4fte.<\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px;\"><strong>Reaktivit\u00e4t des Vernetzungssystems<\/strong>\u00a0(z.\u202fB. Peroxid vs. Schwefel) be<\/span>einflusst die Zykluszeit und die Temperaturf\u00fchrung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Thermisches Verhalten<\/strong> wirkt sich auf Entformung und Schrumpfung aus.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Kombination aus Werkstoff, Formteilgeometrie, Werkzeugauslegung und Prozessparametern muss daher systematisch abgestimmt werden \u2013 insbesondere in regulierten Branchen, in denen Validierung und Bauteilfreigaben auf exakten Werkstoffkennwerten basieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Materialauswahl als strategischer Hebel<\/h3>\n\n\n\n<p>Die richtige Werkstoffwahl ist nicht nur technisch entscheidend, sondern auch wirtschaftlich relevant. Faktoren wie Materialpreis pro kg, Ausschussquote, Nachbearbeitungsaufwand und Lagerf\u00e4higkeit wirken sich direkt auf die St\u00fcckkosten und Prozessstabilit\u00e4t aus. Daher wird in der Praxis h\u00e4ufig mit werkstofftechnischen Optimierungen gearbeitet, etwa durch:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Substitution teurer Fluorelastomere durch optimierte HNBR- oder EPDM-Mischungen<\/li>\n\n\n\n<li>Einsatz von Mehrkomponentenverbindungen (Hart-Weich-Verbundteile)<\/li>\n\n\n\n<li>Anpassung der Rezeptur an spezifische Kavit\u00e4tengeometrien oder -gr\u00f6\u00dfen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Wann ist Kompressions-Formpressen die richtige Wahl?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Kompressions-Formpressen ist nur eines von mehreren etablierten Verfahren zur Herstellung technischer Gummibauteile. Die drei gel\u00e4ufigsten diskreten Verfahren sind Kompressionsformpressen (Compression Molding), Transferformpressen (Transfer Molding) und Spritzgie\u00dfen (Injection Molding). Jedes dieser Verfahren folgt eigenen Prinzipien, erfordert spezifische Werkzeuge und bietet je nach Bauteilgeometrie, St\u00fcckzahl, Materialeigenschaften und wirtschaftlichem Kontext unterschiedliche Vorteile. Das gel\u00e4ufigste kontinuierliche Verfahren hingegen ist die Extrusion.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind Kompressions- und Transfer-Formpressen eng miteinander verwandt. Im Gegensatz zum Kompressions-Formpressen wird das Rohmaterial beim Transfer-Formpressen in eine separate Kammer eingelegt und von dort aus \u00fcber Kan\u00e4le in die Kavit\u00e4ten gepresst.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Spritzgie\u00dfen dagegen wird der Werkstoff plastifiziert und unter hohem Druck direkt in die Form gespritzt. Dadurch ist es ideal f\u00fcr hohe St\u00fcckzahlen, aber mit hohen Werkzeugkosten verbunden und nur f\u00fcr eine eingeschr\u00e4nkte Auswahl an Elastomeren geeignet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Detaillierter Technologievergleich<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"table-responsive\">\n  <table class=\"vergleichstabelle vorteile-layout\">\n    <thead>\n      <tr>\n        <th class=\"head\">Kriterium<\/th>\n        <th class=\"head\">Kompressions-Formpressen<\/th>\n        <th class=\"head\">Transfer-Formpressen<\/th>\n        <th class=\"head\">Spritzgie\u00dfen<\/th>\n      <\/tr>\n    <\/thead>\n    <tbody>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Seriengr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/td>\n        <td>Klein- bis Mittelserie<\/td>\n        <td>Mittelserie<\/td>\n        <td>Mittel- bis Gro\u00dfserie<\/td>\n      <\/tr>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Materialvielfalt<\/strong><\/td>\n        <td>Hoch<\/td>\n        <td>Hoch<\/td>\n        <td>Begrenzt<\/td>\n      <\/tr>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Automatisierbarkeit<\/strong><\/td>\n        <td>Gering<\/td>\n        <td>Mittel<\/td>\n        <td>Hoch<\/td>\n      <\/tr>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Werkzeugkosten<\/strong><\/td>\n        <td>Gering bis mittel<\/td>\n        <td>Mittel bis hoch<\/td>\n        <td>Hoch<\/td>\n      <\/tr>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Zykluszeit<\/strong><\/td>\n        <td>Mittel bis lang<\/td>\n        <td>Mittel<\/td>\n        <td>Kurz<\/td>\n      <\/tr>\n      <tr>\n        <td class=\"tint\" style=\"background-color:#f5f5f5; color:#000;\"><strong>Verbundteilfertigung<\/strong><\/td>\n        <td>Gut geeignet<\/td>\n        <td>Gut geeignet<\/td>\n        <td>Eingeschr\u00e4nkt geeignet<\/td>\n      <\/tr>\n    <\/tbody>\n  <\/table>\n<\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorteile und Nachteile des Compression Molding im \u00dcberblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"vorteile3\">Vorteile:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geringere Werkzeugkosten<\/li>\n\n\n\n<li>Hohe Materialvielfalt verarbeitbar<\/li>\n\n\n\n<li>Gut geeignet f\u00fcr dickwandige Bauteile<\/li>\n\n\n\n<li>Sehr gut geeignet f\u00fcr Gummiverbundteile (z.\u202fB. Gummi-Metall-Verbindungen)<\/li>\n\n\n\n<li>Einfache Umr\u00fcstbarkeit bei Teilewechsel<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nachteile:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>H\u00f6herer manueller Aufwand bei Materialeinlage und Entnahme<\/li>\n\n\n\n<li>Eingeschr\u00e4nkte Zykluszeitoptimierung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kompressions-Formpressen ist ein Standardverfahren in der Gummiproduktion. Es ist die richtige strategische Wahl besonders bei<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geringen bis mittleren St\u00fcckzahlen,<\/li>\n\n\n\n<li>Gummi-Verbundteilen und<\/li>\n\n\n\n<li>Materialien, die f\u00fcr Spritzguss nicht oder nur limitiert geeignet sind.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es bietet eine robuste Prozesssicherheit bei vergleichsweise geringen, initialen Werkzeugkosten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Functionality, typical applications, material advantages and mould design - including temperature control &amp; design notes.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":3462,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"33","_seopress_titles_title":"Kompressions-Formpressen von Gummiform- und Verbundteilen","_seopress_titles_desc":"Funktionsweise, typische Anwendungen, Materialvorteile und Werkzeugaufbau \u2013 inkl. Temperaturf\u00fchrung & Designhinweisen. Jetzt informieren.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[33],"tags":[],"class_list":["post-5382","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fertigungsverfahren"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5382"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5382\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10292,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5382\/revisions\/10292"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3462"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/k25154.elephant-staging.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}